Greiner: Weg für große Gemeinschaftsschule in Neuhaus freimachen

Veröffentlicht am 15.09.2016 in Bildung & Kultur

Jonas Greiner.

Vor wenigen Monaten hat der Kreistag die Schulnetzplanung für den Landkreis Sonneberg beschlossen, mit der Umsetzung wurde längst begonnen. Für die Schülerinnen und Schüler der TGS Neuhaus am Rennweg hieß das, dass Sie Abschied von ihrem alten Schulgebäude nehmen mussten und seitdem auf die Gebäude von Gymnasium und Grundschule aufgeteilt sind. Der SPD-Jugendsprecher, Jonas Greiner, selbst ehemaliger Schüler des Staatlichen Gymnasiums in Neuhaus am Rennweg, sieht in diesem ungewöhnlichen, neuen Zustand auch eine Chance.

„Seit vielen Jahren sinken in Neuhaus die Schülerzahlen. Allein am Gymnasium lernten zu Spitzenzeiten knapp über 1.000 Schüler, während 2016 nur noch 530 Kinder und Jugendliche diese Schule besuchen. Die Gründe dafür sind klar ersichtlich: Durch den fortschreitenden demografischen Wandel, der im ländlichen Raum, wie hier, besonders spürbar ist, werden die Menschen immer älter, die Bevölkerungszahlen gehen ständig zurück. Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen sinkt immer weiter.  

Der Kreistag hat in Neuhaus auf diese Entwicklung mit der Schließung des ehemaligen Regelschulgebäudes reagiert, um die Kapazitäten am Apelsberg effektiver zu nutzen. Allein das Gymnasium verfügt über eine Kapazität von über 1.000 Schülern. Die tatsächliche Schülerzahl an allen drei Schulen beträgt derzeit insgesamt etwa 800. Tendenz sinkend.

Um den Schulstandort Neuhaus am Rennweg zu stärken, wurde die Gemeinschaftsschule an sich nicht in Frage gestellt, während die TGS in Steinach zum Schuljahr 2020/21 geschlossen wird. Dies geschieht, obwohl die Steinacher Schule die größere von beiden ist. So gesehen handelt es sich hierbei ganz klar um eine Stärkung des Standortes Neuhaus. Hinzu kommt die geplante Schließung der Grundschule Lauscha und die Überprüfung der Grundschule Steinheid in wenigen Jahren. All das sind klare Signale in Richtung Neuhaus. Man möchte den Campus am Apelsberg langfristig erhalten und stärken, dazu sind auch neue Ideen seitens der Schulen gefragt.  

Laut den geltenden Bestimmungen zur Thüringer Gemeinschaftsschule ist die TGS Neuhaus am Rennweg dazu verpflichtet, bis spätestens zehn Jahre nach Gründung eine Erweiterung um die Klassenstufen 1 bis 4 vorzunehmen. De facto würde dies bedeuten, dass die Grundschule in die Gemeinschaftsschule integriert werden muss. Dann entstünde am Apelsberg plötzlich eine neue Situation. Die Schülerinnen und Schüler könnten an der TGS von Klasse 1 bis 8 gemeinsam Lernen, müssten sich erst dann für einen abschlussbezogenen Weg entscheiden. Für das Gymnasium würde das mit großer Wahrscheinlichkeit einen starken Rückgang der Schülerzahlen bedeuten, da die Schüler wohl erst spät von der Gemeinschaftsschule wechseln würden, nicht wie bisher nach Klasse 4 der Grundschule. 

Sicher ist, dass man beginnen muss, neue Lösungen zu finden. Das Gymnasium Neuhaus ist seit seiner Gründung als fortschrittliche Schule bekannt, die ihrer Zeit oft einen Schritt voraus war. Medienschule, internationale Partnerprojekte und ein demokratisches Schulprofil, sind nur einige Stichworte, die man in diesem Zusammenhang nennen kann. All diese Projekte führten dazu, dass die Schule für den deutschen Schulpreis nominiert war. Dort schaffte man es 2010 bis unter die besten 15 von über 150 Schulen, die sich deutschlandweit beworben hatten. Zeiten, an die sich sowohl Schüler, als auch Lehrer gern zurückerinnern dürften.

Seitdem hat sich viel verändert. Würde man mich fragen: „Was ist in all den Jahren gleich geblieben?“, ich würde sagen: „Der Mut, neues auszuprobieren, moderne Wege zu gehen und den Herausforderungen der Zeit gerecht zu werden.“ Würde man mich fragen, welche diese Herausforderungen sind, ich würde antworten: „Die Schaffung von Chancengleichheit durch neue Schul- und Unterrichtsformen.“ Die Trennung von Schülern nach der vierten Klasse ist nicht mehr zeitgemäß. Das zeigen die 40 Prozent derer, die nach der vierten Klasse auf das Gymnasium gehen, um es ohne absolviertes Abitur wieder vorzeitig zu verlassen, nicht selten schon in den unteren Klassen.  

Diese Probleme muss man angehen, die Thüringer Gemeinschaftsschule, die die SPD 2009 auf den Weg brachte, ist die richtige Antwort darauf. Sie gewährleistet gleiche Chancen für alle Kinder, unabhängig von den sozialen Verhältnissen. Sie gibt den Kindern und Jugendlichen durch längeres gemeinsames Lernen die Zeit und die Möglichkeiten, sich individuell zu entwickeln. Sie bietet neue Ideen für eine neue Zeit, moderne Lösungen für die modernen Probleme.

Der Schulcampus am Apelsberg ist prädestiniert für ein solches Konzept. Man kann auf mehrere moderne Gebäude, zwei Turnhallen und eine neue Freisportanlage, auf optimale infrastrukturelle Bedingungen und ein angenehmes Umfeld zurückgreifen.  

Würde man mich fragen, wann die Zeit gekommen ist, um dieses Projekt in Neuhaus anzugehen, ich würde meinen: Jetzt!“


Jonas Greiner
Jugendsprecher des SPD-Kreisverbandes

 
 

Mitmachen!?

  Unter: www.spd.de

SPD-Kreisverband Sonneberg

  Köppelsdorfer Straße 94
  96515 Sonneberg
  Telefon: 03675 702505
  E-Mail: info@spd-sonneberg.de
  Jusos: jusos@spd-sonneberg.de

Suchen

Aktuelles vom Kreisverband Sonneberg

  • MdL Diana Lehmann auf Herbsttour. Unsere stellv. Landesvorsitzende MdL Diana Lehmann besuchte am Dienstag den Landkreis Sonneberg auf ihrer Herbsttour. Nach dem AWO-Kindergarten "Haus der kleinen Strolche"  in ...
  • Sonneberger Genossen live beim Parteitag dabei. Delegierte unseres Kreisverbandes brachten sich aktiv in Bad Blankenburg ein. Neben dem Kreis-Vorsitzenden Andreas Langethal-Heerlein nahmen an den Abstimmungen in Bad Blankenburg Kreistagsabgeordnete ...
  • Georg Maier erhielt 82,7% der Stimmen. Für Innenminister Georg Maier, hier nach seiner Wahl,  war der 26. September 2020 letztlich ein doppelter Glückstag. Beim SPD-Parteitag in Bad Blankenburg musste man anfangs ...

Weitersagen

Social Media

  SPD:
  Der SPD-Kreisverband Sonneberg bei Facebook SPD Sonneberger Land bei Facebook
  Jusos:
  Der Juso-Kreisverband Sonneberg bei Instagram Der Juso-Kreisverband Sonneberg bei Twitter